Sead – Ein Šmeker im Flow

Er schneidet Haare nach der Philosophie von Sassoon, betreibt das “Z am Park” gegenüber der Fritschewiese, gibt Yoga in besetzten Häusern und legt als DJ John Doe in der Zürcher Partyszene auf. ŠMEKERSKI hat ihn am OPEN VIERTEL Pop Up (mehr zum Event hier) engagiert. In diesem Beitrag stellen wir euch die vielseitige Welt von Sead Bayhan vor.  

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Sead wuchs mit seinem Vater und Bruder in Zürich auf. Seine Mutter musste sehr früh zurück nach Sarajevo. Die Pflicht rufte, die Familie brauchte Hilfe und der Krieg bewegte die Stadt. Sead schloss in dieser Zeit seine Ausbildung als Coiffeur sowie die Kunstgewerbeschule ab. Kurz darauf eröffnete er sein Coiffeurgeschäft, welches er mit der Zeit reduzierte, damit er sich in neue Projekte wagen kann. Schon sehr früh widmete er sich der Musik, die ihn dann hinter die Turntable der Zürcher Clubs führte. Durch eine Fussballverletzung stiess er auf Yoga und fand sofort gefallen daran. Heute gibt er sein Wissen in kleinen Klassen und an Hausbesetzer weiter. Obwohl er findet, dass Yoga heute nicht mehr dasselbe und viel zu chic und teuer geworden ist. Was Sead sonst noch macht und meint, erfährst du hier. 

Wer oder was inspiriert dich?

Für meine Arbeit als Coiffeur hat mich meine Ausbildung bei Vidal Sassoon stark geprägt. Er vertritt die Bauhaus-Lehre der Coiffeure. Es ist ein vollkommen anderer Ansatz und sehr handwerklich. Anstelle das man kurzfristigen Trends folgt, sucht man individuelle Lösungen für jede Person, beziehungsweise jede Kopfform. 

In der Musik gefällt es mir verschiedene Richtungen zu mischen und zu fusionieren. Im Moment finde ich Oceanvs Orientalis grossartig. 

Welches ist dein Lieblingslied aus Ex-Jugoslawien?

Rade Šerbedžija – Er ist für mich der Leonard Cohen aus dem Balkan.

„Was du bisch en Jugo?“, kennst du die Frage?

Ja klar!

Und wie antwortest du darauf?

Ja. Ich habe kein Problem mit dem Wort. Im Gegenteil ich verwende es selbst und identifiziere mich auch damit. 

Was braucht jeder Jugo im Šrank?

Ein ŠMEKERSKI T-Shirt

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Was können Jugos von Schweizern lernen und umgekehrt?

Jugos könnten etwas mehr Organisation vertragen und die Schweizer dafür etwas mehr Empathie. Vor allem in Fragen der Verbindlichkeit treffen hier zwei krasse Gegensätze aufeinander. Daher wäre etwas zwischen den zwei Extremen ideal.

Dein Lieblingsort in Sarajevo?

Ich habe Glück, dass ein guter Freund von mir früh zurück nach Sarajevo gegangen ist. Er führt mich immer an die aufregendsten Orte der Stadt, wo man eine gute Szene trifft. Das “Sloga” (zu Deutsch “Eintracht” od. “Einigkeit”) gefällt mir dabei am besten. Hier sitzt eine gute Mischung aus Leuten aller Nationalitäten beieinander und reisst Witze und Sprüche übereinander, als ob es nie einen Krieg gegeben hat. So ist Sarajevo für mich, immer noch oder trotz allem weltoffen und vielfältig. 

Und dein Lieblingsort in Zürich?

Das Wasser! Ich liebe den See und unsere zwei Flüsse. Ich meine, wir baden einfach im Trinkwasser. Wer kann das schon von seiner Stadt sagen? Plus passiert in Zürich im Sommer sehr viel auf so kleinem Raum. Und natürlich das “Z am Park” 😉

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Was ist für dich ein Šmeker?

Ein anderes Wort für einen „connaisseur“.

Mit wem würdest gut Du gerne ein Bier trinken?
Zur Zeit auf jeden Fall mit Rade Šerbedžija. 

Hier findest du einen den SMEKERSKI Mix von Dj John Doe. 

Text und Bilder: Anja Lapcevic[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

SMEKERSKI