Volimburek

Vier Hände, zwei Šmeker – VolimBurek

Vier Hände, zwei Ikea-Öfen und ein Kurzschluss in Zürich. So begann die Geschichte von VolimBurek. Heute liefern die beiden Jungs hinter dem Kultgebäck aus dem Balkan über 500 Burek pro Woche aus, freuen sich über 5’000 Insta-Fans und erfreuen Herr und Frau Zürcher mit dem besten Burek der Stadt. Wir haben Emir und Davud in ihrer Bäckerei getroffen und uns mit ihnen über Burek, Balkan und Beats unterhalten.

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Davud und Emir stammen beide aus Zürich. Die beiden trennen 16 Jahre Altersunterschied. Was sie jedoch verbindet ist ihre Liebe zu Fussball und Burek, dem Traditionsgebäck aus der Heimat ihrer Eltern – Bosnien. Denn genau wie ihr Lieblingsverein, der FC Liverpool, geben die beiden Quereinsteiger 120% mehr Gas als die Konkurrenz. Die beiden Zürcher haben den Schritt vom Büro direkt in die Burek-Backstube gewagt. Alles was die Jungs an Know-how nicht mitbringen, machen sie in ihrem Fall mit Einsatz, Extrastunden und Eifer wieder wett.

Wie seid ihr dazu gekommen, Burek zu machen?
Als wir uns kennengelernt haben, mussten wir gerade zusammen in ein Meeting. Ein Meeting bei dem wir von vornherein verloren hatten und nach einigen Stunden auch total frustriert raus gelaufen sind. Wir sehnten uns nach etwas Liebe und dachten dabei beide gleich an Burek. So entstand die Idee zu VolimBurek. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Leuten in Zürich zu zeigen, wie richtig guter Burek schmeckt – der Burek 2.0. Am 14. Juni, am Tag des Frauenstreiks, haben wir uns zwei Ikea Öfen und eine Kenwood-Maschine zugelegt und in Davuds Keller begonnen am perfekten Burek zu tüfteln. Wir hatten damit gerechnet, dass wir am ersten Wochenende 10 – 20 Burek ausliefern. Es waren aber da schon über 50. In dem Tempo ging es rasant weiter und wir haben schnell beschlossen unsere Jobs aufzugeben und alles auf die Karte VolimBurek zu setzen. Mit Erfolg.

Nach wessen Rezept stellt ihr euren Burek und Pita her?
Davuds Mama ist der Mastermind hinter dem Burek und den Pitas. Wir haben anhand von ihrem Basisrezept etwa drei Monate lang an der Rezeptur für den Züri-Burek gearbeitet. Denn unser Ziel ist es, den perfekten Burek für die Ansprüche der Zürcher herzustellen. Bis heute machen Davud und ich jeden Burek und jede Pita von Hand.

Wo habt ihr den besten Burek eures Leben gegessen?
Bei meiner Mutter. Als Kind wusste ich immer, sobald meine Mama das Tuch auf dem Küchentisch ausrollt, ist Burek-Zeit. Am liebsten habe ich ihre Krompiruša mit Joghurt.

Während sie am Burek gearbeitet hat, haben wir Kinder uns einen Oklagija-Fight (Nudelholz-Kampf) in der Küche geliefert.

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Was du bisch en Jugo? Kennst du die Frage?
Schon auch, aber die meisten Leute trauen sich nicht mehr danach zu fragen. Ich höre eher Sätze wie: „Ich dachte du bist Italiener oder Franzose.“

Wie antwortest du darauf?
Ich stamme aus dem Balkan und dort haben wir auch Nobelpreis- und Oscarpreisträger.

Was braucht jeder Jugo im Šrank?
Einen Adidas Originals Trainer und im Küchenschrank Vegeta.

Was ist für dich ein Šmeker?
Jemand, der sich mit alltäglichen Details tiefgehend befasst.

Und mit welchem Šmeker würdest du gern einen Burek essen?
Mit Ivo Andrić (Nobelpreisträger)

Dein Lieblingsort in Zürich?
Der Paradeplatz. In Bosnien haben wir 180 Minister, die je 100 Angestellte und tausende von Eskorten haben. Am Paradeplatz dagegen findest du Leute mit einem Bonus von zig Millionen im Sprüngli Kaffee trinken – ohne Eskorte.

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Dein Lieblingsort in Ex-Jugoslawien?
Ferien in Kroatien am Meer sind für mich ein Highlight. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es schönere Strände gibt. Von Istrien bis nach Dalmatien ist einfach jeder Ort bezaubernd. Sorry Bahamas.

Dein Lieblingslied aus Ex-Jugoslawien?
Ćuvam noć od budnih von Leb i Sol – Es geht um die Gefühle dabei.
Unsere Muttersprache kann Emotionen ausdrücken, die man auf Schweizerdeutsch einfach nicht hinbekommt.

Was können Jugos von Schweizern lernen und umgekehrt?
Die Jugos können von den Schweizern lernen, dran zu bleiben. Schweizer können hingegen lernen, dass es Sachen gibt, die man geben kann aber nicht besitzt.

Auf was können wir uns als nächstes von euch freuen?
Wir wollen mit Burek das erreichen, was die Italos mit Pizza und Pasta erreicht haben: Wir wollen es Schweiz tauglich machen. Burek soll Spass machen und selbstverständlich gegessen werden. Ein fester Bestandteil der Zürcher und globalen Food Landschaft werden.

Text und Bilder: Anja Lapcevic
Anmerkung: Leider war Davud krank, daher gibt es hauptsächlich Fotos mit Emir. 
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ŠMEKERSKI