#YuCica: Kunst kennt keine Grenzen, Vladislava.

Hunger macht kreativ? Könnte man meinen, wenn man Kachamak hört. Und hierbei handelt es sich nicht um Jugo-Polenta, sondern um ein kreatives Kollektiv. Nach Wien folgte im Mai 2019 die erste Ausstellung in der Galerie „Gara Perun“ in Zürich. Dabei konnten wir Vladislava Savic für unsere nächste YuCice-Ausgabe gewinnen.

„EINE KREATIVE FROHNATUR.“

Vladislava Savic lässt sich von Musik treiben und inspirieren. Dennoch spiegeln sich in ihren Arbeiten oft Architektur und viele Paradoxe wieder. Die Künstlerin aus Uzice, Serbien hat Kunst in Novi Sad studiert, danach einige Zeit in Belgrad und Zlatibor gelebt. Vor drei Jahren kam sie nach Aarau. Einen Ort, den sie zuerst googeln musste, um herauszufinden, wo der überhaupt liegt. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Zürich und macht noch eine Ausbildung an Hochschule der Künste in Bern.

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 „Was du bisch en Jugo?“, kennst du die Frage?

Vladislava: Nein, ich habe in den drei Jahren in der Schweiz noch keine Anspielungen aufgrund meiner Nationalität erfahren.

Dein Lieblingsort in Ex-Jugoslawien?

Vladislava: Jede Republik des ehemaligen Jugoslawien hat ihre Reize. Und doch liegt mir meine Heimatregion und ihre naturbelassene Umgebung mit dem Nationalpark Tara, Mokra Gora oder Drvengrad besonders am Herzen.

Dein Lieblingsort in Belgrad?

Vladislava: Schon wieder nur ein Ort. Es gibt so viele! Der Club Kvaka 22 ist sicher mein Belgrad. Dort entdecke ich immer wieder neue Bands, geniesse die Subkultur und kreative Szene der Stadt.

Dein Lieblingsort in Zürich?

Vladislava: Ich wohne erst seit kurzer Zeit in Zürich. Auch hier besuche ich am liebsten Konzerte wie zum Beispiel im Moods, Helsinki oder an der Langstrasse.

Deine Stilinspiration und dein Stil?

Vladislava: Schwer zu sagen. Ich werde modisch sicher stark unbewusst beeinflusst. Wahrscheinlich auch hier am meisten durch die Musik.

Was braucht jeder Jugo im Kleiderschrank?

Vladislava: Wollsocken! Ich liebe sie, egal ob zum Tragen, Verschenken oder Kunst davon zu machen.

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Woran erkennst du eine Landsfrau?

Vladislava: Puuh schwer zu sagen. Am Ende an der gemeinsamen Sprache.

Dein Lieblingslied aus Ex-Jugoslawien?

Vladislava: Ein Lied?!? Ich liebe so viele. Ich bewundere viele Künstler aus dem Balkan für ihre Musik aber auch dafür, unter welchen Umständen sie Musik machen und mit welcher Leidenschaft. Eine Band, die ich neu entdeckt habe und die ich zurzeit gerne höre, ist „Artan Lili“.

Was können Schweizer von Jugos lernen und umgekehrt?

Vladislava: Jede Kultur hat ihre Besonderheiten. Deshalb finde ich prinzipiell den Austausch zwischen den Kulturen wichtig und bereichernd.  Man kann in vielen Hinsichten und vor allem in der Kunst viel voneinander lernen. Dies drücke ich auch in meiner Kunst aus.
Auf diese Frage bezogen ist es sicher das totale Chaos auf dem Balkan vs. der pedanten Ordnung in der Schweiz.

Hier erfährst du mehr über die Künstlerin und ihre Werke: Vladislava Savic

Text und Fotos: Anja Lapčević (@anci_lapcevic)