YU-know: Weihnachten auf serbisch

Man soll die Feste so feiern, wie sie fallen. Ex-Jugoslawien war ein Vielvölkerstaat in dem viele Feste offiziell sowie inoffiziell gefeiert wurden. Im ersten Post zur Serie “YU-know” stellen wir euch das Weihnachtsfest auf serbische Art vor.

Dank unserer Community haben wir die spannendsten Fakten zu Heiligabend und Weihnachten in der serbisch orthodoxen Kultur für euch zusammengetragen:

Das Datum: Jesus Geburtstag

Der 7. Januar oder doch der 25. Dezember? Beide. Bei der serbisch-orthodoxen Kirche fällt Jesus Geburt immer noch auf Cäsars julianischen Kalender. Die katholische und reformierte Kirche haben sich dem Wandel der Zeit angepasst und den gregorianischen Kalender Ende des 16. Jahrhunderts eingeführt. Obwohl Serbien und auch die restlichen Balkanländer nach dem gregorianischen Kalender leben und arbeiten, feiert die östlich orthodoxe Kirche ihre Feiertage immer noch nach dem alten Kalender. Und der ist meist 13 Tage hinter dem Neuen, dem Gregorianischen.

Der Christbaum aka Badnjak

Zu Weihnachten steht im serbischen Haus nicht eine dekorierte Tanne sondern Eichenäste, der sogenannte „Badnjak“. Nach altem Brauch gehen die Männer mit den Kindern am Morgen des heiligen Abend, also am 6. Januar, in den Wald und suchen den Badnjak für die Familie. Mit diesem wird der Tisch geschmückt und zu Heiligabend wird er angezündet. Die Eiche brennt stark und hell, dabei sprühen die Funken und man sagt, dass dies Glück, Gesundheit und Liebe ins Heim bringt.

Solltet ihr also an Heiligabend (6.1.) Menschen begegnen, die auf der Schulter einen ganzen Eichenast nach Hause tragen, dann könnt ihr sicher sein, ein grosses Fest steht in diesem Hause bevor; Es ist das orthodoxe Weihnachtsfest.

Pijukanje: Geschenke für die Kleinsten

An Heiligabend (Badnje veće) wird Stroh ins Haus getragen und im ganzen Haus, vor allem aber unter dem Tisch, verteilt. Das Heu symbolisiert jenes Heu, auf welchem Jesus geboren wurde.

Mutter oder Grossmutter verstecken jeweils Süssigkeiten und kleine Spielsachen im Heu und die Kinder suchen bei Kerzenlicht danach.

Das Festmahl: Zuerst fasten, dann festen

An Heiligabend wird gefastet. Während der Fastenzeit darf man in der serbischen Kultur keine Warmblüterprodukte essen. Dass bedeutet, wir essen dann vegan plus Fisch.

An Weihnachten (Božić) kann man dann wieder alles essen. Die Besonderheit an diesem Tag ist das selbstgemachte Brot für die ganze Familie – die Česnica. Darin wird eine Münze versteckt. Gemeinsam wird das Brot angerissen und der, der die Münze darin findet, hat das ganze Jahr Glück. Ähnlich wie beim Dreikönigskuchen in der Schweiz.

Wenn ihr mehr über die serbische Kultur, Bräuche und Traditionen erfahren möcheter, können wir euch das Buch “Snippets of Serbia” in unserem Shop empfehlen.

Ein Text von Anja Lapcevic mit Hilfe der ŠMEKERSKI-Community. Ein besonderer Dank geht an @ancii_bananciii

Fotos: Anja Lapcevic